BOINK! – Interview // Harald Reiterer

Wie geht’s dir und deinem Veranstalter-Leben?

Bestens! Jedoch busy, 24/7 Arbeit und so gut wie nie Ruhe davon, aber man liebt ja das was man tut, sonst könnte man diesen Job nicht machen.

 

Wie kamst du eigentlich auf die Idee eigene Partys zu schmeißen bzw. woher kam die Motivation dafür?

Meine erste Party habe ich veranstaltet da war ich 17,... eigentlich nur ein Privat-Silvester Event geplant, jedoch durch einen befreundeten Ton & Lichttechnik Verleih hatten wir im Endeffekt dann doch schon ein 10kW Soundsystem, 6 Meter Bühne mit Trussing, Scannern etc stehen und knapp über 100 Leute auf dem Event. Eines kam zum Anderen, all in all mit einem Wort gesagt, Leidenschaft!

 

Warum hast du dich für pure Techno-Events entschieden?

Passion! Ich kann kein Event promoten hinter dem ich nicht ansatzweise stehe. Wenn das so wäre würde ich Disco Events veranstalten und „ein wenig“ mehr verdienen.

 

Ihr seid ja jetzt mit eurer Event-Reihe “Boink“ vom Camera Club in die Säulenhalle beim Volksgarten gewechselt. Was war der Grund für den Wechsel?

Es waren schöne Zeiten im Camera Club, jedoch stand schon längere Zeit eine Veränderung vor der Tür. Wir sind mit unserem Publikum gewachsen & auch unsere Ansprüche sind stetig gewachsen. Nun haben wir endlich mehr Freiraum & mehr Platz für alle, sowie ein absolut boinkige Open Air Area die nichts zu wünschen übriglässt.

 

Wie unterscheidet sich das Boink in der Säulenhalle vom Boink in der Camera ?

Die Stimmung ist definitiv die Selbe. Jedoch haben wir bei unserem Test bei Tommy Four Seven und Dj Emerson schon gemerkt, dass die Säulenhalle mehr einem kleinen „Event“ bzw. „Rave“ entspricht, als das Clubige im Camera Club. Das Feedback ist durchwegs fast 100% positiv und der Vibe und das Ambiente ist wirklich nice & wir haben vom Publikum viel Zuspruch erhalten. Also: kommen – ansehen & abfeiern!

 

Welche Vorteile bringt es für euch und den Gast mit jetzt in der Säulenhalle zu feiern?

Das ganze Ambiente spricht für sich. Vorteile für das Publikum gibt es auch definitiv bei den Künstlern. Da wir nun endlich über mehr Kapazität verfügen, können wir unserem Publikum nun auch dickere Acts präsentieren, die uns schon lange am Herzen liegen & wir sie holen wollten, aber im Camera Club durch die geringere Kapazität leider nicht finanzierbar waren.

 

Gibt es für euch andere interessante Clubs in Wien, in welchen du dir das Boink vorstellen könntest?

Die gibt es sicherlich, jedoch würde mich wenn dann was ganz neues interessieren – wir werden sehen was die Zukunft bringt ;-)

 

Wenn du dir einen Club auf der Welt wünschen könntest, in welchem das Boink einen Showcase schmeißen kann, welcher wäre das?

BOINK! ist Wien, das wird auch so bleiben. Für unsere internationalen Shows reisen wir mit unserem Label Driving Forces durch Europa. Vom Defqon1 Festival und dem Amsterdam Dance Event in den Niederlanden, sowie Ruhr in Love Festival, Kunstpark Cologne etc. in Deutschland bis nach Montpellier in Frankreich war doch schon so einiges dabei... be prepared!

 

Wie gehst du bei der Auswahl deiner Headliner vor?

Prinzipiell buchen wir gerade bei Boink nur Leute die wir selbst gut finden und die sonst nicht, oder wenn, nur sehr selten bei uns in Österreich zu hören sind.

 

Wie würdest du momentan die Stimmung in der österreichischen Techno-Szene beurteilen?

Im Aufbruch, es tut sich was – und das ist gut. Seit den späten 90igern und dem Ende der „alten Gazometer“ Zeit wurde es in Wien leider still und eintönig. Aber gsd gibt es jetzt eine junge motivierte Szene, die aus dem (von nur wenigen Leuten...) geschaffenen „System“ ausbricht und innovativ ist.

 

Würdest du lieber in einem anderen Land leben und veranstalten?

Einfacher wäre das, klar. Jedoch wenn ich das gerne machen würde, hätte ich meinen Wohnsitz schon in mein Wunschland / Stadt verlagert. Es hat schon einen gewissen Reiz es von Österreich aus zu machen und um selbst was neues zu kreieren & sich zu positionieren am internationalen Markt.

 

Wie sieht für dich die perfekte Party aus?

Techno, 130db, dunkel, Nebel, Strobo sowie geile Lichttechnik & eine industrielle Location – auf keinen Fall Open Air...  sowie eine Crowd die feiert als gäbe es kein Morgen mehr! Bei TechHouse sehe die perfekte Party jedoch ganz anders aus.

 

Was nervt dich am meisten am Veranstaltungs-Prozedere?

Ganz klar, BUCHHALTUNG!

 

Welche Fehler anderer Veranstalter willst du selber nicht begehen?

Immer das selbe zu machen, die gleichen Acts buchen, das selbe Stage Design verwenden und keine Innovationen mehr einfließen lassen. Es heißt immer am Ball bleiben und das Maximale zu realisieren und die aktuellsten Acts zu buchen.

 

Was würdest du Jung-Veranstaltern raten?

Nur nicht aufgeben! Und falls jemand wirklich Hilfe braucht kann er sich ja noch immer an die Firma Connect|2 (Werbung im eigenen Sinne ;-) wenden, die ihnen in Punkto Eventmanagement, Produktion, Promotion sowie natürlich Artistbooking gerne aushilft.

 

Was waren deine Highlights im letzten und auf was freust du dich dieses Jahr?

Highlight definitiv unsere Show mit The Advent live, der das erste Mal seit rund 10 Jahren in Wien wieder bei einer Clubshow zu sehen war – „zum Anfassen“. Sonst steht dieser Act nur auf den großen Bühnen weltweit, war schon ein sehr spezieller Abend für uns und unseren Gästen. Dieses Jahr war unsere Stage am Tomorrow Festival mit einem bombastischen Line Up sehr besonders, sowie natürlich auch unsere Show mit Chris Liebing in der Ottakringer Brauerei. Natürlich muss man... ahhh, stop! Das wäre jetzt zuviel verraten – watch out ;-)

 

Kannst du uns schon verraten du dieses Jahr noch alles geplant hast?

Können schon... aber dann wärs ja kein Geheimnis mehr! Das Line Up im Herst/Winter hat es in sich – sozusagen ein „best of“ - es wird spannend!


by on August 8, 2012

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