Mein bester Feind – Gewinne Kinotickets!

MEIN BESTER FEIND spielt den Grundgedanken von „Des Kaisers neue Kleider“ anhand einer SS-Uniform neu durch. Der Film geht mit seinem – auch – humorvollen Ansatz ein Wagnis ein und unterscheidet sich damit angenehm von den grauen Nazi-Kino-Epen der vergangenen Jahre, in denen Nationalsozialisten immer am Gewinnen waren und die Juden stets zu hilflosen Opfern gemacht wurden. Die Handlung ist erfunden, bleibt aber stets realistisch.

Die Machtergreifung Hitlers und die Anfänge der Hetzjagd gegen die Juden zwangen Victor Kaufmann (Moritz Bleibtreu) und seine Eltern die gemeinsam geführte Bildergalerie von Nürnberg nach Wien zu verlegen. Es gehen die Gerüchte umher, dass Victors Vater, Jakob (Udo Samel), eine wertvolle Zeichnung Michelangelos in seiner Galerie aufbewahrt. Niemand hielt Hitler Mitte der 1930er Jahre für so wahnsinnig einen Krieg anzuzetteln und ins benachbarte Österreich einzumarschieren.

Die Überraschung ist groß, als Rudi Smekal (Georg Friedrich), der gemeinsame Freund aus Kindheitstagen, nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland im Jahre 1938 in SS-Uniform auftaucht und die Herausgabe der Zeichnung Michelangelos fordert. Diese soll dem italienischen Duce als Geschenk gemacht werden. Es stellt sich heraus, dass die Zeichnung gefälscht ist. Rudi erhält den Auftrag, den inzwischen im KZ inhaftierten Victor zum Verhör nach Berlin zu tranportien, doch ihr Flugzeug wird von Partisanen abgeschossen.
Die beiden Freunde sind die einzigen Überlebenden und schleppen sich in eine benachbarte Hütte. Victor bietet Rudi an, seine KZ-Kleidung mit ihm zu teilen, damit er mit dem Leben davon kommen kann. Als Victor hört, dass die Partisanen deutsch sprechen, zieht er die komplette SS-Kleidung an und der Identitätentuasch nimmt seinen Lauf: Der jüdische Gefangene wird zum SS-Mann und der Sturmbannführer zum KZ-Häftling. Ein Spiel auf Leben und Tod beginnt, bei dem Lena (Ursula Strauss), die von beiden geliebt wird, sich für eine Seite entscheiden muss ...

Nachdem Wolfgang Murnberger mit "Der Knochenmann" 2009 im Panorama auf der Berlinale vertreten war, lief sein neuester Film "MEIN BESTER FEIND" auf der 61. Berlinale außer Konkurrenz im Wettbewerb. Der Film erzählt vor dem Hintergrund der verheerenden Ereignisse des Zweiten Weltkrieges in Deutschland und in Österreich eine erfundene und ironische Geschichte zweier Männer, die seit Kindestagen miteinander befreundet sind und sich in die gleiche Frau verlieben. Was für die beiden einen fatalen Einschnitt in ihrer Freundschaft bedeutet ist einzig und alleine der Fakt, dass der eine Jude ist und der andere nicht.

Mit Wolfgang Murnberger geht nun ein österreichischer Regisseur das Wagnis ein von den grauen Nazi-Epen der Vergangenheit Abstand zu nehmen und einmal nicht die Juden als hilflose Opfer darzustellen. Der Film basiert auf dem Roman von Paul Hengge "Wie es Victor Kaufmann gelang, Adolf Hitler doch noch zu überleben". Die Handlung ist frei erfunden, bleibt aber sehr realistisch und schweift nicht ins Bodenlose ab. Sein etwas anderer Ansatz, sich dem Thema mit Humor und mit vielen komödiantischen Elementen zu nähern, geht auf. Die Witze sind nicht abgedroschen, es gibt keine One-Liner und die historische Situation wird niemals verherrlicht.

Im Mittelpunkt seines Versuches stehen mit Moritz Bleibtreu und Georg Friedrich zwei sehr bekannte Schauspieler aus Deutschland und Österreich. Sie agieren mit zutiefst menschlichen Gefühlen und Regungen. Die Macht nach Gier und Anerkennung ist genauso nachvollziehbar wie der Drang nach Vergeltung. Spannend dabei ist, dass hier nicht die überragende Rasse oder der bessere Mensch gewinnt. Es wird derjenige gewinnen, der glaubwürdiger die richtige Uniform trägt, was impliziert, dass jeder Mensch gleich ist und alle die gleichen Chancen haben.

Die Geschichte erinnert einem stark an den Märchenklassiker "Des Kaisers neue Kleider" von Hans Christian Andersen oder an die Novelle "Kleider machen Leute" von Gottfried Keller, auch Parallelen zu Charles Chaplins "Der große Diktator" können gezogen werden. Und obwohl der Film sich keiner unreallen Figuren bedient, stecken klar die Grundgedanken der genannten Klassiker im Film.

MEIN BESTER FEIND klingt zunächst nach einem schon oft gesehenen Kriegsdrama, beinhaltet aber eine ideenreiche Annäherung an ein wichtiges Thema, welches einen neuen Blickwinkel aufwirft. Die Freundschaft, die nie endet, steht symbolisch für die Gleichheit der Menschen und die nie zu sentimentale Liebesgeschichte und der spannende Krimi um die verloren geglaubte Zeichnung Michelangelos runden das Ganze ab. Schönes Kino aus Österreich ab 11. März zu sehen.

Hier verlosen wir 3
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Die Verlosung findet in der letzten Märzwoche statt. Die Kino-Tickets sind bis 14.04.2011 gültig und einlösbar in allen österreichischen Kinos, in denen der Film gezeigt wird.


by on Februar 24, 2011

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